von: Daniel Hübner,
05.02.2012
Etwas Ärger, etwas Schmerz - und ein souveräner Sieg
Wasserball WUM wahrt mit 9:6 über Duisburg die Chance auf Platz vier und erreicht außerdem im Pokal das ViertelfinaleDas ärgerte ihn, wenngleich es sich nur um zwei, drei Szenen handelte, in denen Christian Schlanstedt nicht ganz auf der Höhe des Geschehens war im Abwehrzentrum. Auf Raul Diakon war er schon oft getroffen, und er hatte ihn "immer im Griff gehabt", sagte Schlanstedt. Diesmal ließ er den 34-Jährigen von Duisburg 98 dreimal passieren, was wiederum keine Auswirkungen auf das Endergebnis hatte. Denn Schlanstedts Wasserball-Union Magdeburg (WUM) hat am Sonnabend mit 9:6 (2:1, 2:2, 5:2, 1:1) das Spiel der Bundesliga-Gruppe B gewonnen - und die Chance auf die Aufstiegsrelegation (wenigstens vierter Platz) damit gewahrt.
Während Schlanstedt sich also ein wenig grämte, pflegte Tamas Kuncz seine Schulter. Man musste sich Sorgen machen nach seinem 3:1 im zweiten Viertel, als sich der Ungar im Wasser mit schmerzverzerrtem Gesicht drehte. Sein Trainer Vlad Hagiu gönnte ihm sodann eine fünfminütige Auszeit am Stück und später kleinere Pausen außerdem. Kuncz markierte zwei Treffer in diesem Spiel, aber viel wichtiger sind seine Ballgewinne in der Defensive und seine Pässe in der Offensive. Mit ihm gaben die Magdeburger immer die richtige Antwort, als Duisburg zwischenzeitlich vom 4:1 auf 4:3 im zweiten und vom 6:3 auf 6:5 im dritten Viertel verkürzte. Der starke Ilia Butikaschwili (fünf Tore) führte im jeweiligen Gegenzug seine Mannschaft wieder zurück auf die sichere Siegerstraße.
Schlanstedt musste sich also gar nicht ärgern, denn bis auf die wenigen Diakon-Szenen und drei Holztreffer aus der Distanz "fand Duisburg gegen uns keine Mittel", während "wir konzentriert und gut durchgespielt haben". Das hatte auch Hagiu mit Freude so gesehen: "Wir wussten, dass es ein schweres Spiel werden würde, deshalb waren wir auch zu Beginn etwas nervös", resümierte der Trainer: "Es ging uns nur um das Ergebnis. Meine Mannschaft hat gut und motiviert gespielt." WUM (5.) hat nun 9:11 Punkte, Neukölln (4.) gewann am Sonnabend gegen Laatzen 10:8 und hat 11:9 Zähler auf dem Konto. Beide Teams treffen am 18. Februar in der Dynamo-Halle aufeinander.
Dass es "eine Pflichtaufgabe" sein sollte gestern im Achtelfinale des Turbopokals, das hatte Schlanstedt schon am Samstagabend gewusst. Jener Aufgabe haben sich die Magdeburger mit einem klaren Erfolg zwar entledigt. In Brandenburg setzte sich die WUM gestern mit 15:6 durch. Den Sieg musste das Team aber teuer bezahlen: Kuncz und Bogdan Campianu kassierten nämlich eine "Rolle" und sind damit für das Viertelfinale gesperrt.
WUM (eingesetzte Spieler): Schoder/Böer - Schlanstedt insgesamt 4 Tore, Butikaschwili 9, Campianu 1, Richter, Stelzner, Bott 2, Kohnert, Dammbrück 2, Hagendorf 1, Haack, Kuncz 3
Â
Der Traum vom Aufstieg ist "gar kein so großer Traum"