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Magdeburger beginnen wieder bei null

Zwei Monate sind sie durch das Kraftprogramm geschwommen, zwei Monate lang mussten sich die Wasserballer der WU Magdeburg neu entdecken, mussten sich taktisch neu ausrichten in den Testspielen, die ausschließlich gegen Mannschaften aus der A-Gruppe der Bundesliga absolviert wurden. Und nach diesen zwei Monaten fiebert die Union ihrem morgigen Saisonauftakt in der Gruppe B gegen den SSV Esslingen entgegen - aber folgt man den Gedanken ihres Trainers Vlad Hagiu, beginnt die Serie im Gefühl der Ungewissheit. Hagiu hat genau deshalb ein einfaches Ziel ausgegeben: "Wir wollen guten Wasserball spielen."

Seine Skepsis steht im engen Zusammenhang mit fünf Abgängen (Mateja Loncaric/Serbien, Lazar Kilibarda, Michael Knobloch/beide Uerdingen, Roland Kiffer, Daniel Bott/beide privat) und mit vier Zugängen, von denen sich bislang nur zwei als künftige Leistungsträger erwiesen haben. Das Team zählt daher neun Akteure im festen Stamm, die Keeper Marc Böer und Marco Schoder ausgenommen.

Als besonders hilfreich präsentierten sich der Ungar Tamacz Kuncz und der Rumäne Bogdan Cimpianu, wenngleich der sich Center Cimpianu an den deutschen Wasserball noch gewöhnen muss. In den Becken seiner Heimat wird der Sport weniger zimperlich betrieben. Magdeburg ist die erste Station des 20-Jährigen, der von CSM Digi Oradea gewechselt ist, unter schwarz-rot-goldener Flagge. Neu bei WUM sind außerdem Lukas Wien (Waspo Hannover) und Dennis Kohnert (Spandau).

Hagiu beugt derweil einem Vergleich zwischen Kuncz, gekommen aus Spandau, und dem abgewanderten Spielmacher Kilibarda vor. Kuncz, 25 Jahre, wird zwar genauso wichtig sein, aber völlig anders agieren. "Er spielt sehr mannschaftsdienlich", sagt Hagiu. Mannschaft ist künftig das Gefühl, das WUM besonders pflegen muss.

Der Anfang dazu ist bereits gemacht, hat Christopher Bott, der neue Kapitän, festgestellt: "Im Vergleich zur vergangenen Saison sind wir enger zusammengerückt" - nicht nur im Wasser. Die Spieler stehen auch außerhalb des Beckens wieder im intensiven Kontakt. Von ihrer Geschlossenheit will die WUM ihre Fans zudem ab dem 10.Dezember wieder in der Heimat Dynamo-Halle überzeugen, wenn sie bei ihrer Rückkehr auf die SGW Köln trifft. Am 1. Dezember wird der sanierte Bau eröffnet.

Morgen ist es noch Elbeschwimmhalle, morgen kommt Esslingen (18 Uhr), Absteiger aus der A-Gruppe, eine erste Standortbestimmung. Hagiu hofft, dass kein Spieler sich kurzfristig abmeldet. Ausfälle sind seine größte Sorge. Nur mit einem Manko muss sich der Coach von vornherein abfinden: Es fehlt ein Linkshänder.

Hagiu nimmt den Druck

Seine größte Hoffnung ruht indes auf der Disziplin bei der taktischen Umsetzung seiner Vorgaben, Disziplin geht wieder über alles: "Wir müssen uns von der ersten bis zur 32. Minute nur auf unsere Aufgabe konzentrieren, zu Hause wie auswärts." Deshalb ist es gut, wenn er seinen Schützlingen schon vor dem Anwurf den Druck nimmt. "Ich will nicht davon reden, dass wir um die Relegation oder sogar um den Aufstieg spielen." Denn im Gegensatz zur Vorsaison, als die WUM mit einem komplett eingespielten Team gestartet war, beginnt für sie wieder alles bei null.

Trotzdem übertrumpft Hagius Ehrgeiz letztlich seine Skepsis: "Gegen Esslingen wollen wir unbedingt gewinnen."

 

Der Traum vom Aufstieg ist "gar kein so großer Traum"
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