von: Daniel Hübner,
12.01.2012
Von allen etwas lernen
Dennis Kohnert zieht an diesem Sonnabend sozusagen nach. Geht man nach den Aussagen seiner Teamgefährten, hat die Saison für die Wasserball-Union Magdeburg (WUM) ja erst am 10. Dezember mit dem sechsten Punktspiel der Bundesliga-Gruppe B gegen die SGW Köln angefangen. Beim 11:9-Erfolg bei der Rückkehr in die Dynamo-Halle war Kohnert allerdings nicht dabei. Er hatte Meisterschaftliches zu tun. "Klar wäre ich gerne gegen Köln dabei gewesen, aber eine deutsche Meisterschaft ist immer etwas Besonders", sagt Kohnert, gerade 17 Jahre jung geworden. Mit der B-Jugend der Wasserfreunde Spandau ist er nämlich am gleichen Tag Vizemeister geworden, sie unterlag im Finale den White Sharks aus Hannover.
Und mit dem Schlusspfiff in jenem Endspiel war das einjährige Gastspiel Kohnerts im Berliner Nachwuchs wieder beendet. Nun gehört er wieder ganz der WUM. An diesem Samstag feiert er seine ganz persönliche Rückkehr in die Dynamo-Halle beim ersten Match des Jahres gegen Laatzen (18 Uhr).
Kohnert wird "Charly" genannt, seitdem ihn Hannes Koch, der WUM-Manager, als sein damaliger D-Jugend-Trainer ihn so taufte, weil es zwei Jungen mit den Namen Dennis gab. "Charly" hat sich selbst bei Kohnerts Eltern so sehr eingeprägt, dass sie ihn zumindest in der wasserball-intensiven Zeit gar nicht anders nennen.
Den richtigen Spaß am Sport hat er indes in Berlin wiedergewonnen, allein weil er den Spaß mit Gleichaltrigen teilen konnte. Zurück in Magdeburg ist er das Nesthäkchen, dessen erster Ansprechpartner Kapitän Christopher Bott ist, der aber auch "von allen etwas lernen kann", sagt Kohnert. Und der überrascht ist, dass Vlad Hagiu, der Trainer, "mir doch viele Einsatzzeiten gibt".
Das wiederum ist ein Zeichen dafür, dass Kohnert überzeugt haben muss. Hagiu hatte nach Kohnerts Einsätzen immer ein lobendes Wort für ihn parat. Dabei weiß auch Kohnert, der vor allem auf Rechtsaußen eingesetzt wird, dass das Spiel im Vergleich zu Berlin ein anderes ist - es ist schneller und wohl auch robuster geworden.
Schnelligkeit und auch das Auge für den Pass zählt Kohnert derweil zu seinen Stärken. An einen stärkeren Schuss will er noch arbeiten. Und die Play-Offs erreichen - da schwimmt er mit allen Akteuren auf einer Welle.
Der Traum vom Aufstieg ist "gar kein so großer Traum"